Vielfalt auf den Tisch!

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Newsletter mit Informationen des Bereichs StadtNatur.
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Liebe Nachbarinnen und Nachbarn
Die Ernte der Kürbis-Vielfalt im StadtAcker fiel zeitlich fast genau zusammen mit der Ausstrahlung des Films „Das Saatgut-Kartell“ auf 3 Sat. Nachdem wir ihn gesehen haben, wollen wir hier kurz den inhaltlichen Bezug aufgreifen: Der Film dokumentiert die Tatsache, dass bei Hybrid-Gemüse der Nährstoffgehalt zurückgeht, weil bei der Zucht nur Wert darauf gelegt wird, dass eine Sorte ertragreich und deren Früchte fest und unverderblich sind. Das Ziel des globalen Saatgutmarktes ist die Konzentration auf die eine, perfekte „Supersorte“, die überall angebaut werden kann. Mit den vielen alten Sorten gehen auch deren Geschmack und Nährstoffgehalt verloren. Inzwischen sind über 75% der Vielfalt bei Nutzpflanzen unwiederbringlich verschwunden. Ein trauriges Fazit aus dem Film: „Es ist kaum möglich, Hybridpflanzen zu entkommen“ - so scheint es. Aber zumindest im Kleinen und für Gärten wie den StadtAcker kann es auch anders sein. Und auch durch den bewussten Konsum von Gemüse kann man Einfluss auf Gemüseproduktion nehmen. Schaut euch den Film in der Mediathek an. Trotz bedrückender Einblicke in bedenkliche Methoden der Konzerne, gibt es auch hoffnungsvolle Ausblicke.
Die StadtAcker Veranstaltungen im Überblick:
  • Mischkultur - Wie geht das? 29.10.
  • Der wertvollste Bodenschatz ist der Boden selbst! 11.11.
  • Blühbiologie und Samenreifung 25.11.

Darüber hinaus finden Sie hier eine Auswahl kostenloser Veranstaltungen des Ackermannbogen e.V. von Okt. bis Dez. 2020.

Mischkultur - Wie geht das?

Mit einer cleveren Reihen-Mischkultur gelingt es leicht, gesunde und wohlschmeckende Pflanzen zu ernten. Warum besonders Gemüsepflanzen jedes Jahr einen anderen Platz brauchen, welche Spielarten von Mischkultur es gibt und was man sonst noch als Basiswissen für ein gutes Gelingen benötigt, erfahren Sie in diesem Vortrag.
Zur Anschauung erstellen wir zusammen einen exemplarischen Mischkultur-Plan für ein Gemüsebeet im StadtAcker.
Referentin: Christine Nimmerfall
Anmeldung unter stadtacker@ackermannbogen-ev.de
Donnerstag, 29. Oktober 2020, 18 – 20 Uhr, RAB 9
mitmachen kostet nichts, Spenden willkommen.



Der wertvollste Bodenschatz ist der Boden selbst!

Lebendige Böden sind die Grundlage der terrestrischen Ökosysteme und der menschlichen Kulturentwicklung. Wie sind die verschiedenen Böden entstanden und wie entwickeln sie sich weiter? Was gibt es für Bodenarten und –Typen? Wie müssen wir als Gärtner damit umgehen? Wie kann die Menschheitsfamilie ihre Böden bewirtschaften, ohne sie zu verwüsten? Der Vortrag möchte Verständnis wecken für das fragile, lebendige Wunder unter unseren Füßen, das wir genauso dringend retten müssen wie das Klima!
Referentin: Ruth Mahla
Anmeldung unter stadtacker@ackermannbogen-ev.de
Mittwoch, 11. November 2020, 19 - 21 Uhr, GBS 14
mitmachen kostet nichts, Spenden willkommen.



Blühbiologie und Samenreifung

Pflanzen sind wahre Wunderwerke der Natur, die sich auf vielfältige Weise vermehren können. Zur generativen Vermehrung - also der Vermehrung über die Samen - setzen Pflanzen verschiedene interessante Mechanismen ein. Samenbildung, Verbreitung und Samenkeimung sind je nach Art spannende Themen, die wir anhand unterschiedlicher Beispiele kennenlernen werden.
Referentin: Christa Leis
Anmeldung unter stadtacker@ackermannbogen-ev.de
Mittwoch, 25. November 2020, 19 - 20.30 Uhr, GBS 14
Mitmachen kostet nichts, Spenden willkommen.



Wir achten bei allen Veranstaltungen auf die Einhaltung der Corona-Hygienevorschriften! Wir begrenzen die Zahl der TeilnehmerInnen, halten Abstand, tragen Maske und führen Liste)
Bitte denkt an Euren Mund-Nasen-Schutz!


Über den StadtAcker hinaus:

Pestizid-Belastung der Luft

Anlässlich eines SZ-Artikels kamen wir im StadtAcker auf die Studie zur Pestizid-Belastung der Luft zu sprechen. Hier der Bericht und die vollständige Studie des Umweltinstituts.

Wie baue ich ein Hügelbeet?

Bei dem Workshop erfahrt ihr, was ein Hügelbeet alles kann, wie und wo man es am besten anlegt und welche Pflanzen sich dort am wohlsten fühlen. Zur Anschauung legen wir gleich gemeinsam ein Hügelbeet an.
Referentin: Marlen Elders
Anmeldung unter marlen@o-pflanzt-is.de
Samstag, 24. Oktober 2020, 14 Uhr, im Garten von O’pflanzt is! Im Olympiapark
Eintritt frei, um Spenden für den Garten wir gebeten (Richtwert: 10 €)



Münchner Klimaherbst

Geld, Corona und Klimawandel - wie (fast) alles zusammenhängt. Zumindest beim Münchner Klimaherbst vom 16. bis 25. Oktober.
Hier geht’s zum Programm mit vielen digitalen Angeboten und ausgesuchten Filmtips!


Regionales Klimamanagement nach COVID-19

Die politische Auseinandersetzung über die Corona-bedingte Vertagung oder Beschleunigung von Maßnahmen zur Reduzierung von Klimafolgen nach COVID-19 ist entbrannt; nicht zuletzt auf regionaler und kommunaler Ebene, auch in und für München.
Referent: Boris Galonske
Dienstag, 20. Oktober 2020, 19.00 – 20.15 Uhr
Münchner Zukunftssalon, per live-streaming via Zoom
Anmeldung unbedingt erforderlich!
Teilnahme nur nach nur vorheriger Teilnahmebestätigung (link)



„Radical Art – Wurzelkunst“

Passend zur Erntezeit: Papierarbeiten von Sabine Handschuk.
Hier der SZ-Bericht.
seit Samstag, 3. Oktober 2020, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 16 bis 19 Uhr, Samstag 10 – 13 Uhr
Kleine Galerie, Franz-Marc-Straße 8 in der Borstei


Im Portrait

Die Prachtkerze

Gaura lindheimeri (Familie der Nachtkerzengewächse)

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Links vom Hauptweg im StadtAcker fällt einem zurzeit schon von Weitem ein weißer Tuff ins Auge, der aus viele kleinen Einzelblüten besteht, die hoch an grazilen Stängeln sitzen und deshalb aussehen, als würden sie schweben. Auch bei Wind und Wetter halten sich die ca. 1 Meter hohen Stile aufrecht, daher wohl auch der Name der Pflanze: "Gaura" von griechisch „gauros“ (stolz). Im Deutschen heißt sie Prachtkerze oder auch Präriekerze, weil sie ursprünglich aus den Prärien der südlichen USA stammt. Also wieder mal eine „nicht-heimische“ Blume in unseren Gärten; die allerdings trotzdem unsere heimische Vielfalt fördert, nämlich die der Insekten! Nachdem selbst die Herbstastern verblüht sind, bietet Gaura immer noch Pollen und Nektar, täglich auf's Neue, bis zum Frost. Apropos Frost: Bis vor ein paar Jahren sah man bei uns noch keine derart stattlichen Präriekerzen blühen; sie sind jeden Winter erfroren und mussten im Frühjahr immer neu gepflanzt werden. Jetzt sieht man, dass diese mehrjährige Art erst ab dem zweiten Jahr ihre volle Pracht entfaltet.
Sie braucht allerdings einen lockeren, durchlässigen, gerne trockenen Boden. Staunässe bringt sie um. Und man sollte sie erst im Frühjahr zurückschneiden, damit der Frost nicht in die Triebbasis dringt. Eine Erfahrung zur Vermehrung: Aus Samen lassen sich recht einfach neue Pflanzen anziehen. Und wenn im Spätherbst die Samen ausreifen, besteht sogar die Chance, dass sie sich selbst aussät.
Dieses Frühjahr pflanzten wir in die Nähe der Prachtkerze einen Rittersporn. Er hatte keine Chance, die Schnecken haben nichts übrig gelassen von ihm. Für die Prachtkerze schienen sie sich überhaupt nicht zu interessieren.
Prachtkerzen lassen sich auch gut in Kübeln auf Balkon und Terrasse kultivieren. Die Stadt München verwendet sie auch zunehmend für ihre Pflanzungen im öffentlichen Raum.
Rosa-Aschenbrenner-Bogen 9, 80797 München
Tel. 089 / 307 496 34
Fax 089 / 307 496 36
Kontakt PG StadtNatur:
Alicia Bilang, Hannelore Schnell, Konrad Bucher
stadtnatur@ackermannbogen-ev.de
Kontakt StadtAcker:
stadtacker@ackermannbogen-ev.de
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Gefördert von der Landeshauptstadt München, Sozialreferat
Vorstand: Joachim Brezowsky, Henrike Cramer, Herbert Grill, Peter Hangen, Dietlind Klemm
Träger: Ackermannbogen e.V., Anschrift s.o.
Registernummer: VR 16821, Amtsgericht München,
Steuernummer: 143/210/01255
Spendenkonto: Ackermannbogen e.V.,
IBAN: DE09 7009 0500 0003 2849 80
BIC: GENODEF1S04 (Spardabank München)