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Jazzreihe

Be My Guest Vol. 8 „Small is beautiful“

Saison 2021/2022

Liebe Leute,

ja, es ist spät, der Sommer war sehr groß, und lange wusste ich nicht, ob es eine Saison 2021/22 geben würde. Nun bin ich meinen beiden Veranstalterinnen am Ackermannbogen und in der Kulturbühne SPAGAT sehr dankbar, dass sie die Konzertreihe in den Jazz-Wohnzimmern der nördlichen Stadt weiterführen wollen – gerade auch unter den immer noch erschwerten Pandemiebedingungen.

Nach heutigem Stand dürfen ins Studio Ackermann knapp über 30 Gäste, ins SPAGAT nur 25. Damit wären an beiden Spielorten zusammen bei “ausverkauft” weniger Menschen im Publikum als vor Corona an einem einzigen vollen Abend am Ackermannbogen. Aber sei’s drum. Wir spielen. Wir spielen mit Abstand im Publikum, wir spielen mit 3G-Regel, wir spielen je nachdem, was erlaubt ist: Ein langes Konzert – oder zwei Sets, wie früher. Wenn erlaubt, mit Bewirtung davor – und sogar in der Pause! Diese Regeln können sich eventuell im Laufe der kommenden Monate ändern, dann werden wir uns anpassen, aber noch mal: Wir werden spielen. Dienstags am Ackermannbogen, Mittwochs im SPAGAT.

Für diese reduzierten Bedingungen habe ich mit Unterstützung meiner großartigen Kolleginnen und Freunde aus der Szene ein kleines, aber wirklich erlesenes Programm mit kleinen Besetzungen gestrickt. Ich möchte eindrücklich dafür werben, sich diese exklusiven Konzerte im kleinen, beinahe privaten Rahmen nicht entgehen zu lassen. Das gibt es so nur bei BE MY GUEST, und es kommt so nicht wieder. Gleich die Auftaktkonzerte am 12. und 13. Oktober sind mit dem Duo Elin/Sakas ein absolutes Highlight mit internationalem Renommee.

Es gibt in dieser Saison keine Abos und keine numerierten Plätze. Ab sofort gehen alle Konzerte in den freien Verkauf. Karten kosten an beiden Spielorten € 18. Reservierung im Kulturbüro am Ackermannbogen unter
Konzertbeginn ist jeweils 20 Uhr, Einlass 19:30 Uhr.

Nach aktuellem Stand sind maximal 40 Personen im Publikum zugelassen. Das Rigoletto bietet die Bewirtung zu Anfang und in der Pause. Sollten sich diese Bedingungen im Laufe der Reihe ändern, werden wir unsere Konzertabende dementsprechend anpassen.

Stefan Noelle, Musiker

Und nun zum Programm 2021/22, auf das ich selbst mit einer extremen Vorfreude blicke. Dazu jeweils ein paar persönliche Zeilen:

Dienstag, 12. Oktober 2021, 20 Uhr

Duo Elin/Sakas „Mittsommernacht“

Dieses Duo ist für mich eine absolute Ausnahmeerscheinung – in München, in Deutschland und überhaupt. Christian Elin und Maruan Sakas sind zwei Grenzgänger zwischen Jazz und moderner Klassik, zwei sympathische Alleskönner, die mit Leichtigkeit von auskomponierten und halsbrecherischen Passagen zur Improvisation und wieder zurückspringen. Musik mit lyrisch-romantischem Einschlag – aber auch mit furios orientalischer Rhythmik. Ein Ereignis!

Christian Elin, Sopransaxophon/Bassklarinette

Maruan Sakas, Piano

Stefan Noelle, Schlagzeug/Percussion

Dienstag, 09. November 2021, 20 Uhr

Jan Eschke/Andreas Kurz „Shorter, Monk & wir“

Mit Jan Eschke verbindet mich eine lange musikalische Freundschaft seit 1994. Er ist ein extrem vielbeschäftigter Kollege, der mit seinen sehr flinken Fingern unter anderem im Ensemble des bekannten Schlagwerkers Martin Grubinger die Konzertsäle der Welt bereist hat. Im Gespann mit Andreas Kurz am Bass widmet er sich seit Jahren immer wieder den Kompositionen von Thelonius Monk und Wayne Shorter. An diesem Abend kontrastieren die beiden diese Klassiker des Modern Jazz mit eigenen Stücken.

Jan Eschke, Piano

Andreas Kurz, Kontrabass

Stefan Noelle, Schlagzeug

Abgesagt!

Dienstag, 14. Dezember 2021, 20 Uhr

Colin Dawson/John Brunton „Brexit Blues“

Colin Dawson ist seit vielen Jahren als Trompeter des berühmten Quartetts „Echoes Of Swing“ bekannt. Als international gefragter Solist für Stilistiken wie Swing und Chicago Jazz orientiert sich sein Spiel an Vorbildern wie Roy Eldridge, Bix Beiderbecke oder Louis Armstrong. Im Duo mit John Brunton taucht er nach Perlen der britischen Jazz-Tradition und wechselt auch mal zur Gitarre. Und vielleicht erzählen diese beiden Exil-Briten ja auch, warum sie mittlerweile lieber deutsche Staatsbürger geworden sind . . .

Colin Dawson, Trompete/Gitarre/Gesang

John Brunton, Gitarre/Gesang

Stefan Noelle, Schlagzeug

Dienstag, 11. Januar 2022, 20 Uhr

Josef Reßle/Ludwig Klöckner „Precious Plurality“

„Eine musikalische Feier der Vielfalt zwischen Freiheit und Form, Moderne und Tradition“ – so beschreibt Josef Reßle das, was er an diesem Abend vorhat. Der Preisträger des BMW Young Artist Jazz Award 2016 gehört zu meinen absoluten Lieblingspianisten. Er beschäftigte sich intensiv mit der modernen Harmonik von Olivier Messiaen und entwickelt kleine, überraschende Ideen zu langen, klaren und tragenden Spannungsbogen. Das erinnert manchmal an Keith Jarrett oder Brad Mehldau. Mit Ludwig Klöckner am Bass arbeitet er seit vielen Jahren zusammen.

Josef Reßle, Piano

Ludwig Klöckner, Kontrabass

Stefan Noelle, Schlagzeug

Dienstag, 8. Februar 2022, 20 Uhr

Evelyn Huber „Calm“

Viele Jahre konnte man sie zusammen mit dem Weltmusik-Ensemble Quadro Nuevo erleben – nun hat Evelyn Huber sich auf Solo-Pfade begeben. So ergaben sich bemerkenswerte Projekte, zum Beispiel mit dem New Yorker Sirius Quartett oder der Philharmonie Salzburg. Sie jammt, swingt, summt und brummt auf Ihrer großen Konzertharfe, dass es eine Lust ist, und ich bin sehr gespannt auf den musikalischen Flirt mit dieser tollen Musikerin.

Evelyn Huber, Harfe

Stefan Noelle, Percussion

Dienstag, 8. März 2022, 20 Uhr

Karoline Weidt/Kilian Sladek „aMuse“

In dem Duo der Dresdner Sängerin Karoline Weidt und des Münchner Sängers Kilian Sladek steckt ihre Liebe zu Poesie und zweistimmigem Gesang. Die Stipendiaten der Villa Waldberta 2021 gehen eigene Wege, loten die Möglichkeiten stimmlicher Improvisation neu aus und begleiten einander an Klavier und Keyboard. Dabei wechseln sie zwischen eigenen pop-inspirierten Stücken und freien Passagen hin und her, so dass die Grenzen verschwimmen. Für mich eine spannende Begegnung!

Karoline Weidt, Gesang/Piano

Kilian Sladek/Gesang/Piano

Stefan Noelle, Schlagzeug/Percussion/Gesang

Dienstag, 26. April 2022, 20 Uhr

Mulo Francel/Chris Gall „Mythos“

Der Quadro-Nuevo-Mastermind Mulo Francel findet immer wieder musikalische Inspiration in den Geschichten und Sagen des Altertums. Im Duo mit Chris Gall am Piano begegnet er Ikarus und Odysseus, aber auch modernen Mythen wie der Stadt New York oder dem Tango Argentino. Ich freue mich auf die feinsinnigen Grooves und die impressionistischen Klangbilder, mit denen diese beiden musikalischen Zauberer ihre Traumbilder vereinigen.

Mulo Francel, Tenor- und Sopransaxophon/Klarinette/Bassklarinette

Chris Gall, Piano

Stefan Noelle, Schlagzeug/Percussion