Die Zweite öffentliche Info-Veranstaltung zum Managementplan für das zu nominierende Welterbe Olympiapark fand am Montag, 20. Oktober 2025 im Kulturhaus Milbertshofen statt. Ziel der Veranstaltung was es, den aktuellen Arbeitsstand zu präsentieren, Rückmeldungen der Öffentlichkeit aufzunehmen und gemeinsam Zukunftsperspektiven für den Olympiapark zu diskutieren. Hier die ganze Dokumentation...
Bedeutung des Managementplans und Bürgerbeteiligung
Der Managementplan stellt einen zentralen Baustein des UNESCO‑Nominierungsprozesses dar. Er soll sicherstellen, dass der außergewöhnliche universelle Wert des Olympiaparks – einschließlich des Olympischen Dorfs – geschützt, erhalten und gleichzeitig behutsam weiterentwickelt wird. Dabei stehen drei Handlungsfelder im Mittelpunkt: Schutz und Erhalt, Nutzung und Weiterentwicklung sowie Vermittlung. Bereits die erste Informationsveranstaltung im März 2025 hatte Grundlagen vermittelt und erste Stimmen aus der Bürgerschaft gesammelt. Diese Rückmeldungen flossen nun in die Diskussion der Ziele und Maßnahmen ein.
Gespräch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Den Auftakt bildete ein moderiertes Gespräch zwischen Stadtbaurätin Prof. Elisabeth Merk und Architekt Prof. Fritz Auer. Beide betonten die besondere Qualität des Olympiaparks, der seit über 50 Jahren identitätsstiftend für München sei. Auer hob die ursprünglichen Planungsprinzipien hervor: kurze Wege, Einbettung in eine grüne Landschaft sowie die Verbindung von Sport, Kultur und Alltag. Merk verwies auf die kontinuierliche städtebauliche Pflege des Parks und die Bedeutung, den Ort lebendig und offen zu halten. Beide waren sich einig, dass der Olympiapark kein „Museum“ werden dürfe, sondern ein lebendiger Ort bleiben müsse – jedoch mit klarer Verantwortung für den Erhalt der Substanz.
Dialog an Thementischen: Ziele und Maßnahmen
Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden an drei Stehtischen detailliert die Ziele der drei Handlungsfelder.
1. Schutz und Erhalt:
Besonders wichtig waren die Pflege der Bausubstanz – darunter ikonische Elemente wie Kassenhäuschen, Media‑Linien oder das Erscheinungsbild nach Otl Aicher – sowie ausreichende finanzielle Ressourcen. Weitere Anliegen betrafen Klimaanpassung, mehr Grünstrukturen und Maßnahmen zur Biodiversität. Auch die stärkere Einbindung der Anwohner*innen wurde gefordert.
2. Nutzung und behutsame Weiterentwicklung:
Hier stand der Wunsch nach einer Stärkung nicht‑kommerzieller Kulturangebote im Vordergrund. Genannt wurden etwa die Reaktivierung von Kunstaktionen der Spielstraße 1972 oder die Nutzung des ökumenischen Zentrums als Kulturort. Räumlich wichtig war vielen die Erweiterung des Parks im Südwesten sowie entlang der ehemaligen Bahntrasse. Zudem wurden Vorschläge zur Wiederherstellung olympischer Kunstwerke, zur Verringerung von Lichtverschmutzung und zur Entwicklung eines Konzepts für den ehemaligen Busbahnhof eingebracht.
3. Vermittlung:
Im Bereich Vermittlung wünschten sich die Teilnehmenden eine Interpretationsstrategie, ein Konzept für einen Lern‑ und Erinnerungsort sowie bessere Informationsangebote – etwa Ausstellungen, Führungen oder digitale Zugänge. Zudem sollten etwaige Sorgen in der Bevölkerung bezüglich möglicher Einschränkungen durch den Welterbetitel aktiv adressiert werden.
Ausblick
Alle Anregungen fließen nun in die weitere Ausarbeitung des Managementplans ein, dessen Fertigstellung für 2026 vorgesehen ist. Der Nominierungsprozess selbst wird sich über mehrere Jahre erstrecken, sodass bis zur geplanten Einreichung 2034 möglichst viele Maßnahmen bereits umgesetzt oder angestoßen sein sollen. Die Stadt lädt die Öffentlichkeit ein, den Prozess weiterhin aktiv zu begleiten.