
am Donnerstag, 11. Juni 2026, 17h
in den Modellquartieren vom BioDivHub am Ackermannbogen und am ÖBZ reden wir öfters von „Wildgarten“, „naturnahem Gärtnern mit Wildpflanzen“ oder sogar von „Rewilding“ – echte „Wildnis“ erleben wir im Alltag aber kaum in unserer Umgebung. Es gibt allerdings kleine Inseln von Wildnis in unserer Kulturlandschaft, denen man ihre Unberührtheit ansieht. Die Echinger Lohe ist ein beeindruckendes Beispiel, man fühlt sich tatsächlich ein wenig wie in einer anderen Welt.
Das Naturwaldreservat ist ein Relikt der früher weit verbreiteten Lohwälder, die zur Gewinnung der Gerberlohe genutzt wurden. Also auch hier fand menschliche Nutzung statt. Die 24 ha große Fläche wurde aber schon früh unter Schutz gestellt, seither greift der Mensch hier nicht mehr ein, ist aber trotzdem präsent: Ökologen befassen sich mit der besonderen Vegetationszusammensetzung.
Den Anstoß zur Exkursion gab uns eine seltene Art, die hier vorkommt, die Türkenbund-Lilie. Annette hat sich die Pflanze für ein Portrait im nächsten ÖBZ-Kalender über heimische Wildpflanzen ausgesucht, ein Exemplar wächst seit Jahren auch im ÖBZ-Garten und beginnt gerade zu blühen. Im StadtAcker hat heuer Sigrid drei Pflanzen eingesetzt, die brauchen aber noch eine Weile..
Es dürfte ein guter Zeitpunkt sein, den Türkenbund jetzt in freier Wildbahn zu entdecken. Im Frühjahr war an vielen Stellen sein Neuaustrieb zu sehen. Allerdings haben auch die Rehe den Türkenbund gerne, zum Fressen gern – einige Knospen werden abgefressen sein.
Ein Besuch des Wäldchens lohnt sich aber trotzdem und jederzeit - die sich selbst überlassenen, von Moos und Flechten überwucherten und von Spechten durchlöcherten Baumruinen schaffen eine ungewöhnliche, sehr ästhetische Stimmung.
Erprobt ist die Exkursion mit S-Bahn und Rad: Mit der U2 bis Feldmoching, von da mit der S1 weiter bis Eching. Dann sind es mit dem Rad noch 3,5 km. Laut Routenplaner kommt man auch mit dem Auto ziemlich nah ran (in 22 Min.)
Für die Exkursion gibt es zwei Varianten:
- Man schiebt das Rad durch die Echinger Lohe bis zum östlichen Ende und spaziert von dort weiter in einem Bogen durch die Garchinger Heide (Rad nur schieben!), die als Eldorado für Pflanzenfreunde noch bekannter ist als die Echinger Lohe. Am Südende der Garchinger Heide angekommen radelt man durch Kulturlandschaft nach Garching (ca. 6 km) zur Einkehr beim Garchinger Augustiner (gleich an der U6).
- Anstatt das Rad durch die Echinger Lohe zu schieben, kann man es auch am Eingang stehen lassen und den Weg wieder zurück gehen. Es gibt auf dem Weg nämlich eine Stelle, an der (zumindest noch im April) umgefallene Bäume den Pfad versperren. Man muss sein Rad hochheben – etwas beschwerlich aber möglich. Wer die Echinger Lohe ohne Rad erkundet, kann von der Südwest-Seite zur Garchinger Heide kommen und am Ende mit nach Garching radeln.
Wenn wir um ca. 17h starten, schaffen wir die ganze Tour locker bei Helligkeit.
16:18h Hohenzollernplatz U2
16:30h Feldmoching
16:41h Feldmoching S1
16:52h Eching
Das Bild ist im April gemacht, da blühten die ganzen Frühlingsgeophyten – sehr reizvoll. Jetzt ist es dafür grüner, schattiger. Und mit etwas Glück sehen wir den Türkenbund blühen.



