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Solare Nahwärme am Ackermannbogen

Hier der Flyer der Landeshauptstadt München zum Projekt „Solare Nahmwärme am Ackermannbogen“ zum Download.

 

Wie alles begann…

Duschen mit Sonnenschein

Im Quartier Nordwest wird bald mit Solarenergie geheizt
Stadt, Bund und Bauträger investieren in das Modellprojekt “Solare Nahwärme am Ackermannbogen”

Während wir uns an heißen Tagen gerne in den Schatten flüchten, werden Sonnenstrahlen auf drei Dächern des Quartiers Nord-West in Zukunft besonders gut ankommen: Hier sollen Sonnenkollektoren den Sonnenschein einfangen und in warmes Wasser umwandeln. Insgesamt ca. 3600 Quadratmeter Kollektorfläche entstehen im Rahmen des Projekts “Solare Nahwärme am Ackermannbogen”, mit deren Hilfe die Sonne als umweltfreundliche Energiequelle genutzt wird. München hat sich bereits im Jahr 1991 verpflichtet, im Sinne des Klimaschutzes Projekte zur CO2-Einsparung umzusetzen. Die von den Stadtwerken betriebene solare Nahwärmeanlage am Ackermannbogen ist eines dieser Projekte, das als Modellprojekt öffentlich gefördert und wissenschaftlich begleitet wird. Die Baukosten von etwa 4,5 Millionen Euro werden von Bund, Stadt, den Stadtwerken und den Bauträgern aufgebracht, wobei Bund und Stadt den Löwenanteil übernehmen. Betreiber der Anlage werden die Stadtwerke sein, die die solare Nahwärme zu Fernwärmepreisen an die Verbraucher abgeben.

Die Anlage funktioniert so: Die Sonnenkollektoren wandeln mit Hilfe eines Absorbers die Sonnenstrahlen in Wärme um, die für die Heizung und Brauchwassererwärmung von etwa 300 Wohnungen genutzt wird. Fließt nun heißes Wasser vom Dach direkt in die Heizung? Ganz so ist es nicht: Unter dem zukünftigen Rodelhügel im Quartier Nord-West verbirgt sich ein etwa 6000 Kubikmeter großer, saisonaler Warmwasserspeicher. Das von den Kollektoren erwärmte Wasser wird hier gespeichert und von hier aus verteilt. Sind die Temperaturen zu niedrig, wärmt eine mit Fernwärme betriebene Wärmepumpe, die ebenfalls in den Rodelhügel integriert ist, das benötigte Wasser auf etwa 60-70 Grad – so ist sicher, dass es auch im Winter warmes Wasser gibt. Liefern die Kollektoren trotzdem nicht genügend Wärme, kann Energie aus dem Fernwärmenetz eingespeist werden, so dass warme Wohnungen auch garantiert sind, wenn der Warmwasserspeicher nicht mehr genug Energie abgeben sollte. Die solare Nahwärmeanlage soll Ende 2006 in Betrieb gehen und wurde so geplant, dass durch sie etwa die Hälfte des Jahreswärmebedarfs der angeschlossenen Wohnungen gedeckt wird. Ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz: Verglichen mit der vollständigen Versorgung der Gebäude mit Fernwärme werden pro Jahr ca. 160 Tonnen CO2 weniger freigesetzt.

Monika Gödde

Dieser Artikel erschien zuerst im Ackermannboten Nr. 5, Juli 2006 in der Rubrik „Vorsicht Baustelle“